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Ai Weiwei – So sorry, Haus der Kunst, München, Prestel Verlag 2009, 128 S., 134 Abb., Euro 19,95

Er ist der bekannteste Künstler der zeitgenössischen chinesischen Kunstszene, einem größeren Publikum spätestens mit der letzten documenta 2007 bekannt geworden: Damals brachte er 1001 Landsleute nach Kassel, mit einer Kamera ausgerüstet und in einer provisorischen Jugendherberge untergebracht – wer schaut wen an? Dokumentationen davon sind im Katalog ebenso abgebildet wie seine Vasen und Keramikwerke, seine Möbel- und Holzarbeiten, einige seiner Projekte und vor allem Installationsfotos seiner Ausstellung im Haus der Kunst. 1957 geboren, gehört Ai Weiwei nicht zu der jungen, marktgängigen Generation, sondern verpflichtet sich einer gesellschaftskritischen Position. In München erinnert er an das entsetzliche Erdbeben von Sichuan, bei dem laut seinen eigenen Recherchen mehr als 4000 Schulkinder starben – eine Tatsache, die von den chinesischen Behörden verschwiegen wurde und wird. Die Abbildungen sind kombiniert mit seinen eigenen Texten, die Ai Weiwei auf seinem Internetblog veröffentlichte, ergänzt durch einen erklärenden Text von Mark Siemons zum Werk des Künstlers. In dieser Breite liegt damit ein erstaunlich informativer, facettenreicher und anschaulicher Katalog vor, der nicht in Hochglanzmanier niedrige Tische ziert, sondern zum Lesen und nachhaltiger Auseinandersetzung mit einem außergewöhnlichen Werk und Kunstbegriff auffordert.

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